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Klärschlamm: Jetzt die richtigen Entscheidungen treffen

Position der BN-Kreisgruppe Schwandorf zur geplanten Klärschlammverbrennung in Schwandorf:
Pressemitteilung zum Artikel über die Verbandsversammlung des ZTKS 
mit neuen Beschlüssen zur geplanten Monoklärschlammverbrennungsanlage 

An der thermischen Behandlung von Klärschlamm führt derzeit kein Weg vorbei
Die Schwandorfer Kreisgruppe des Bund Naturschutz möchte sich anlässlich der jüngsten, in 
Schwandorf geplanten Maßnahmen zur Klärschlammverbrennung in der Diskussion zu Wort 
melden.
Die mehrheitliche Position des BUND Naturschutz in Bayern sieht die Strategie, verstärkt auf den 
Bau von Klärschlamm-Monoverbrennungsanlagen zu setzen, nach wie vor kritisch,
Dafür werden eine schlechte CO2- und Klimabilanz,  Verluste von Nährstoffen, die Tendenz zu 
überdimensionierten Großprojekten und fehlende Alternativenprüfungen ins Feld geführt. 
Tatsache ist aber auch, dass durch die Novelle der Klärschlammverordnung aus dem Jahr 2017, 
die direkte landwirtschaftliche Ausbringung von Klärschlamm schrittweise verboten wird und eine
thermische Behandlung mit Rückgewinnung des wertvollen Nährstoffs Phosphor bei großen 
Kläranlagen bis 2029 vorgeschrieben ist.
Diese gesetzlichen Vorgaben lassen sich nicht mehr aufschieben – deshalb müssen heute 
Entscheidungen getroffen werden, die auch in zehn oder zwanzig Jahren noch funktionieren.
Die vom Bayerischen Landesamt für Umwelt veröffentlichte „Planungshilfe 
Phosphorrückgewinnung“ zeigt deutlich, dass derzeit nur wenige Verfahren den Sprung aus der 
Pilotphase in den praktischen Einsatz geschafft haben. 
Die Bund Naturschutz Kreisgruppe Schwandorf erkennt das Bemühen des Zweckverbands 
Thermische Klärschlammverwertung Schwandorf (ZTKS) an, sich intensiv auf diese gesetzlichen 
Anforderungen vorzubereiten. Aus unserer Sicht führt an der thermischen Behandlung von 
Klärschlamm derzeit kein Weg vorbei.

Anlagen zur Phosphorrückgewinnung existieren sehr wohl jetzt schon
Unser Hauptargument sehen wir in der Gefährdung durch sogenannte Ewigkeitschemikalien 
(PFAS). Diese künstlich hergestellten Stoffe werden in der Umwelt praktisch nicht abgebaut. Sie 
belasten Böden, Grundwasser und letztlich auch das Trinkwasser. Die Verbrennung ist deshalb 
ein wichtiger Baustein, um diese organischen Schadstoffe zu zerstören und ihre Verbreitung zu 
verhindern.
Gleichzeitig kann durch die Monoverbrennung das Abfallvolumen deutlich reduziert und der in der 
Asche enthaltene Phosphor als wertvoller Rohstoff zurückgewonnen werden. Daraus kann 
hochwertiger Recyclingdünger entstehen, der den Import von Phosphat aus endlichen 
Lagerstätten verringert.
Nicht nachvollziehbar ist allerdings die Aussage des ZTKS, in Bayern gebe es derzeit keine 
Anlage zur Phosphorrückgewinnung aus Klärschlammasche. Mit der Emter GmbH in Altenstadt 
(bei Schongau) existiert bereits ein Unternehmen, das Phosphor aus Klärschlammasche 
zurückgewinnt und daraus einen hochwertigen Recyclingdünger herstellt. 

Der BN fordert kleinere Anlagengrößen mit klarem Regionalbezug
Der frisch gewählte ZTKS-Vorsitzende Andreas Feller sprach außerdem davon, dass man 
“dauerhaft Klärschlamm aus ganz Bayern geliefert bekommen müsse, weil nur so die Investition 
zu stemmen sei”.  Dies sehen wir sehr kritisch. Der BN warnt vor riesigen Einzugsgebieten, die zu 
massiven, umweltbelastenden Transportwegen quer durch den Freistaat führen. Außerdem führen 
zentralisierte und oft genug überdimensionierte Großprojekte, wie in Straubing geschehen, fast 
immer zu Akzeptanzproblemen.
Unternehmen wie die Werkstätten GmbH in Nordhorn beweisen, dass neben großen Anlagen 
auch dezentrale und skalierbare Lösungen möglich sind. Solche Konzepte können sogar für 
kleinere kommunale Zusammenschlüsse interessante Perspektiven eröffnen.

Gemeinsames Ziel
Die Bund Naturschutz Kreisgruppe Schwandorf fordert deshalb abschließend, heute 
ausschließlich in Verfahren zu investieren, die die gesetzlichen Anforderungen ab 2029 dauerhaft 
erfüllen können, also die Phosphorrückgewinnung auch jetzt schon mitdenken. 
Wir fordern außerdem deutlich kleinere Anlagengrößen mit klarem Regionalbezug. 
Fehlentscheidungen würden den Umbau der Klärschlammentsorgung verzögern und wertvolle 
Zeit beim Schutz von Boden und Grundwasser kosten. 

Unser gemeinsames Ziel aber ist klar: Schadstoffe sicher beseitigen, den wertvollen Rohstoff 
Phosphor vollständig in den Stoffkreislauf zurückführen und das Grundwasser dauerhaft schützen.

Harald Söll
1. Vorsitzender BUND-Naturschutz-Ortsgruppe Städtedreieck und
Klaus Pöhler
1. Vorsitzender BUND-Naturschutz Kreisgruppe Schwandorf

Hintergrundinfos:

● Abfallklärschlammverordnung: Ab 2029 müssen Kläranlagen mit mehr als 100.000 
Einwohnerwerten Klärschlamm thermisch behandeln, was durch Verbrennung oder 
Pyrolyse / Vergasung möglich ist

● PFAS-Problematik: Diese sog. “Ewigkeits-Chemikalien” reichern sich in der Umwelt an und 
sind gesundheitsschädlich. Durch Verbrennung werden sie sicher zerstört, bei der Pyrolyse 
ist der Prozeß unsicherer bzw. nur mit zusätzlicher “Nachverbrennung” sicher

● Phosphor als kritischer Rohstoff: Deutschland importiert Phosphat zu 90 % – Recycling 
entlastet die Umwelt und die Haushaltskassen.