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„Hände weg von der Natur“ – Anwohner und Bund Naturschutz setzen Zeichen gegen Hubschrauberlandeplatz in Charlottenhof

PRESSEMITTEILUNG

Schwandorf/Charlottenhof, 29. August 2026.

Heute haben sich zahlreiche Anwohnerinnen und Anwohner gemeinsam mit dem Bund Naturschutz in Charlottenhof zu einem gemeinsamen Fototermin versammelt. Unter dem Motto „Hände weg von der Natur“ setzten sie ein deutliches Zeichen gegen den geplanten Hubschrauberlandeplatz und für den Schutz der wertvollen Natur vor Ort.

 

29.08.2026

Der Bund Naturschutz fordert, die Pläne für den Hubschrauberlandeplatz in Schwandorf-Charlottenhof nicht weiterzuverfolgen. Aus Sicht des Verbandes bestehen erhebliche naturschutzrechtliche und ökologische Bedenken. Die bisherigen Untersuchungen reichen nach Auffassung des BN nicht aus, um die Auswirkungen des Vorhabens belastbar zu beurteilen.

Geplant ist ein eigenständiger Hubschrauberlandeplatz für Maschinen bis zur 6-Tonnen-Klasse mit bis zu 1.144 Flugbewegungen pro Jahr, einschließlich Nachtbetrieb. Damit würde eine bislang nur äußerst geringe Hubschraubernutzung erheblich ausgeweitet.

Sensibles Naturgebiet unmittelbar betroffen

Besonders kritisch ist die Lage in unmittelbarer Nähe des Charlottenhofer Weihergebiets, das als FFH- und EU-Vogelschutzgebiet geschützt ist. Der geplante Standort liegt rund 500 Meter vom sensiblen Schutzgebiet entfernt. Dort kommen unter anderem Fischadler, Seeadler, Rohrdommel, Heidelerche und Schellente sowie zahlreiche Rast- und Zugvogelarten vor. Für den Fischadler ist zudem eine besondere Störungsempfindlichkeit dokumentiert. 

Der BN kritisiert insbesondere, dass die tatsächlichen Auswirkungen des Flugbetriebs bislang nicht ausreichend untersucht wurden. Untersucht werden müssten unter anderem Flugrouten und Flughöhen, die Häufigkeit und zeitliche Verteilung der Flüge, Nachtflüge sowie die akustischen und optischen Störungen für die Vogelwelt.

Klimaschutz, Flächenverbrauch und Infrastruktur

Auch die geplante Infrastruktur gibt Anlass zur Kritik. Der Hangar soll nach den vorliegenden Planungsangaben 105 Meter lang und 30 Meter breit sein. Hinzu kommen Vorfeld, Betriebsflächen und möglicherweise eine Tankanlage. Damit verbunden sind Flächenverbrauch, Bodenveränderungen sowie zusätzliche Energie- und Ressourcenverbräuche.

Der BN fordert außerdem, die zusätzlichen Treibhausgasemissionen des Flugbetriebs sowie mögliche Risiken einer Betankungsanlage für Boden und Wasser angemessen zu berücksichtigen. 

„Hände weg von der Natur“

Für den Bund Naturschutz steht fest: Der Schutz der Natur muss Vorrang haben. Angesichts der besonderen ökologischen Bedeutung des Charlottenhofer Weihergebiets, der dort vorkommenden geschützten Vogelarten und der zu erwartenden zusätzlichen Belastungen sei der geplante Standort besonders kritisch.

Zudem sei bislang nicht nachvollziehbar dargelegt, welches besondere öffentliche Interesse einen privat initiierten Hubschrauberlandeplatz an diesem sensiblen Standort rechtfertigen soll. Ebenso fehle eine nachvollziehbare Prüfung, ob der Zweck des Vorhabens an einem weniger konfliktträchtigen Standort erreicht werden könnte.

Der heutige gemeinsame Fototermin mit den Anwohnerinnen und Anwohnern macht deutlich: Der Widerstand vor Ort wächst. Mit dem gemeinsamen Motto „Hände weg von der Natur“ setzen die Beteiligten ein klares Zeichen für den Erhalt des Charlottenhofer Weihergebiets und gegen eine weitere Belastung dieses wertvollen Naturraums.

Für Rückfragen

Reinhard Scheuerlein
BN-Regionalreferent für die Oberpfalz
Telefon 0175 462 55 98
E-Mail reinhard.scheuerlein@bund-naturschutz.de 

Peter Pracht 
Stellv. Kreisvorsitzender der Kreisgruppe Schwandorf 
E-Mail: schwandorf@bund-naturschutz.de