Innere Naab und die geplante Wasserkraftanlage (WKA)

Das geplante WKA am Krondorfer Wehr steht einer dringend notwendigen Sanierung der Inneren Naab in Schwandorf absolut konträr entgegen. Zwei zusehends wachsende Verlandungsinseln in der Inneren Naab sind dafür sichtbares Zeichen. Mit der derzeitigen Verteilung der Wassermengen zwischen Äußerer und Innerer Naab stimmt einiges nicht mehr.

Grund hierfür ist das marode Krondorfer Wehr. Ursprünglich dafür gedacht, genügend Wasser der Inneren Naab zuzuführen, entzieht es jetzt wegen seiner verlorenen Dichtigkeit dieser immer mehr Wasser. Das gilt insbesondere bei Niedrigwasser, wo es doch gerade in solchem Fall für genügend Wasser sorgen sollte.

Was hat das nun mit der geplanten WKA zu tun? Sehr viel! Die geplante Anlage soll möglichst viel Wasser erhalten, was mit größter Wahrscheinlichkeit auch der Inneren Naab entzogen wird. Die Folgen sind absehbar: weitere Verlandung, fast stehendes statt fließendes Wasser, Geruchsbelästigung.

 

Die Kreisgruppe Schwandorf fordert deshalb:

  1. Keine Wasserkraftanlage am Krondorfer Wehr, sondern Rückbau des Wehres, um dort die Naab zu einem frei fließenden Gewässer zu renaturieren und das angrenzende FFH-Gebiet nicht zu beeinträchtigen.

  2. Die Innere Naab ganzjährig und zuverlässig mit ausreichender Wassermenge zu versorgen, im Gespräch sind mindestens 10 m³/sec, wenn nötig mithilfe baulicher Maßnahmen.

  3. Entfernung der Verlandungsinseln.

Der bekannte „Postkartenblick“ auf Schwandorf würde damit auf Dauer erhalten bleiben und die Mühlenräder beim Tivoli könnten sich wieder drehen.

 

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Das Krondorfer Wehr
Mühlräder beim Tivoli
Übersichtsplan

Ausee

Seit Jahren ziehen fünf Umweltverbände im Landkreis Schwandorf für ein gemeinsames Ziel an einem Strang: Sie wollen, dass das Areal rundum die beiden Seen Ausee und Lindensee zum Naturschutzgebiet ausgewiesen wird!

Das hatte der Oberpfälzer Waldverein, Sektion Schwandorf, schon 2008 bei der Oberen Naturschutzbehörde bei der Regierung der Oberpfalz beantragt. Die Jahre später eingetroffene Antworterklärte lapidar, es seien nicht genügend Kriterien erfüllt. Dabei füllten sich nicht nur die Seen zwischenzeitlich mit Wasser. Es entstand umfangreiches Leben, das so niemand der ausgekohlten Landschaft zugetraut hätte. Bisher blieben die letzten beiden Seen weitgehend om Tourismus verschont, gibt es doch genügend größere Wasserflächen für Erholungssuchende in unserem Landkreis. Bisher! Seit mehreren Jahren ist zu beobachten, dass Ausee und Lindensee immer stärker von Campern und Badegästen aufgesucht werden. Feuerstellen, Abfall und andere Spuren zeugen von deren Anwesenheit an Wochenenden im Sommer. Der „wilde Tourismus“ kommt offensichtlich in Gang, so wie vor Jahren am Murner- und Brückelsee.So schlossen sich die fünf Schwandorfer Umweltverbände- der Oberpfälzer Waldverein, der Ameisenschutzverein Hirschberg, der Landesbund für Vogelschutz, die Naturfreunde Schwandorf und der BUND Naturschutz - zusammen, um sich gemeinsam für den Schutz der beiden letzten, noch weitgehend unberührten Seen einzusetzen. Sie machten das, was eigentlich Aufgabe der Naturschutzbehörden ist, sie nahmen Geld in die Hand und ließen das Gebiet 2012 von drei Fachleuten auf ihren Schutzstatus untersuchen. Erfasst wurden Falter, Libellen und Schrecken, Vögel, Flora und zum Teil Ameisen. Sicher wäre die Suche nachweiteren Tier- und Insektengattungen wünschenswert gewesen, das aber hätte die finanziellen Möglichkeiten der fünf Verbände gesprengt. So lieferten die fünf Schwandorfer Umweltverbände dem behördlichen Umweltschutz das nötige Rüstzeug. Manche werden fragen: wieso wir? Wir fragen uns das auch! Das Ergebnis der Untersuchungen ließ mehr als Aufhorchen. Hier im Einzelnen alles aufzulisten, was bei der Kartierung gefunden wurde, würde weit über das Vorwort hinausgehen. 28 Libellenarten tummeln sich rund um die Seen. Nachtschwalbe –auch Ziegenmelker genannt, Heidelerche und Schellente haben hier ihre Brutplätze und und und. Das Gebiet rund um Ausee und Lindensee entwickelte sich zu einem echten Kleinod im Landkreis Schwandorf. Und es könnte ein richtiger Schatz der Natur werden! Warum soll sich nicht der Fischadler ansiedeln? Gesichtet wurde er schon! Der Natur dazu die nötige Ruhe zu geben, das wollen wir fünf Umweltverbände mit der Unterschutzstellung erreichen. Mit Tabu-Zonen, aber auch mit stillen Wanderwegen,ohne „wilden Tourismus“, ohne motorisiertenVerkehr, Lärm und Gestank sollen derSchutz gewährleistet werden Einfach gesagt: einrichtiges Naturschutzgebiet! Wir Schwandorfer könnten froh und stolz sein auf das, was sich nach Jahrzehnten an Natur einstellte und sich noch in Jahrzehnten entwickeln könnte. Wir haben nur darauf zu achten, diesen Schatz zu bewahren und behutsam mit ihm umzugehen. Damit es ein Schatz der Schwandorfer Natur bleibt!

Klaus Pöhler