Innere Naab und die geplante Wasserkraftanlage (WKA)

Das geplante WKA am Krondorfer Wehr steht einer dringend notwendigen Sanierung der Inneren Naab in Schwandorf absolut konträr entgegen. Zwei zusehends wachsende Verlandungsinseln in der Inneren Naab sind dafür sichtbares Zeichen. Mit der derzeitigen Verteilung der Wassermengen zwischen Äußerer und Innerer Naab stimmt einiges nicht mehr.

Grund hierfür ist das marode Krondorfer Wehr. Ursprünglich dafür gedacht, genügend Wasser der Inneren Naab zuzuführen, entzieht es jetzt wegen seiner verlorenen Dichtigkeit dieser immer mehr Wasser. Das gilt insbesondere bei Niedrigwasser, wo es doch gerade in solchem Fall für genügend Wasser sorgen sollte.

Was hat das nun mit der geplanten WKA zu tun? Sehr viel! Die geplante Anlage soll möglichst viel Wasser erhalten, was mit größter Wahrscheinlichkeit auch der Inneren Naab entzogen wird. Die Folgen sind absehbar: weitere Verlandung, fast stehendes statt fließendes Wasser, Geruchsbelästigung.

 

Die Kreisgruppe Schwandorf fordert deshalb:

  1. Keine Wasserkraftanlage am Krondorfer Wehr, sondern Rückbau des Wehres, um dort die Naab zu einem frei fließenden Gewässer zu renaturieren und das angrenzende FFH-Gebiet nicht zu beeinträchtigen.

  2. Die Innere Naab ganzjährig und zuverlässig mit ausreichender Wassermenge zu versorgen, im Gespräch sind mindestens 10 m³/sec, wenn nötig mithilfe baulicher Maßnahmen.

  3. Entfernung der Verlandungsinseln.

Der bekannte „Postkartenblick“ auf Schwandorf würde damit auf Dauer erhalten bleiben und die Mühlenräder beim Tivoli könnten sich wieder drehen.

 

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Das Krondorfer Wehr
Mühlräder beim Tivoli
Übersichtsplan

Gebiet um Ausee und Lindensee soll Naturschutzgebiet werden

Seit 2012 ziehen fünf Umweltverbände im Landkreis Schwandorf für ein gemeinsames Ziel an einem Strang: sie wollen, dass das Areal rundum die beiden Seen Ausee und Lindensee zum Naturschutzgebiet ausgewiesen wird!

Kartierungen im Ausee- und Lindenseegebiet des Oberpfälzer Seenlands

Bisherige Arbeiten zum Feststellen der Artenbestände und Biotopqualität aufgelassener Braunkohletagebauseen im Landkreis Schwandorf:

2012

Vögel, Heuschrecken, Libellen, Flora (höhere Pflanzen)
Hermann Rank, Georg Knipfer, Rainer Woschée

2014

Erfassen der Ameisen, Spinnen und Laufkäfer an den Braunkohletagebauseen (Ausee/Lindensee)
Helge Uhlenhaut

2015

Erfassen der Nachtfalter an den Braunkohletagebauseen (Ausee und Lindensee)
Georg Knipfer

2016

Erfassen von Amphibien, Reptilien und Nachtfalter am Ausee/Lindensee
Georg Knipfer

2018/

2019

Pflege- und Entwicklungsplan Tagebauseen östlich von Schwandorf
Rainer Woschée

Gemeinsames Ziel der fünf Naturschutzverbände im Landkreis Schwandorf
Landesbund für Vogelschutz Kreisgruppe Schwandorf, Ameisenschutzverein Hirschberg,
Oberpfälzer Waldverein Zweigverein Schwandorf, Naturfreunde Schwandorf und der
BUND Naturschutz Kreisgruppe Schwandorf
ist die Ausweisung eines Naturschutzgebiets im Bereich des Ausees und des Lindensees.

Im Ergebnis zu der Kartierung von 2012 stellten sie dazu im Dezember 2013 einen Antrag an die damals zuständige Regierungspräsidentin der Oberpfalz, Frau Brigitta Brunner. Dieser Antrag wurde noch im selben Jahr abgelehnt, ebenso wie schon der im Jahr 2011 vom Oberpfälzer Waldverein eingereichte Antrag.

Nebenbei bemerkt:

Der Flächenanteil der Naturschutzgebiete beträgt laut Bundesamt für Naturschutz in Deutschland 3,9%. In Bayern nur 2,3%.
Der Landkreis Schwandorf mit seiner Gesamtfläche von 147.278 ha verfügt gerade mal über 1.520 ha oder 1,0% (!) der Fläche als Naturschutzgebiete.

Naturschutzgebiete im Landkreis Schwandorf


(Quelle: Regierung der Oberpfalz)

ha

Wald- und Heidelandschaft östlich von Bodenwöhr und Bruck

283

Pfahl

150

Prackendorfer und Kulzer Moos

81

Charlottenhofer Weihergebiet

833

Hirtlohweiher bei Schwandorf

65

Weichselbrunner Weiher und Trockenkiefernwald bei Bodenwöhr

108

Zur Vorgeschichte!