Das Ziegenbeweidungsprojekt in Stein

Der BUND Naturschutz (BN) verfolgt das Ziel, die natürlichen Lebensgrundlagen von Menschen, Tieren und Pflanzen und die Biodiversität im Ganzen vor weiterer Zerstörung zu bewahren und wiederherzustellen.

Ein gutes Beispiel dafür findet man in Stein bei Pfreimd. Über Jahrhunderte wurden die Silikatmagerrasenhänge in Stein entlang des Flusses Pfreimd von Bauern mit Ziegen und Schafen beweidet. Dabei entwickelte sich eine Kulturlandschaft mit einer einzigartigen Vielfalt an Pflanzen und Tieren. In den sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts wurde die Beweidung nach und nach aufgegeben. Die Hänge verbuschten vor allem mit Schlehe und Ginster und die wärme- und sonnenliebenden Bewohner drohten zu verschwinden.

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1987 begann die BUND Naturschutz Ortsgruppe Pfreimd mit der Beweidung der Hänge. 1994, 1999 und 2012 konnten Grundstücke erworben werden. Zusätzlich beweidet der BN noch private und städtische Flächen. Inzwischen wurden verschiedene Untersuchungen durchgeführt, die den Sinn und den Erfolg der Beweidung dokumentieren:

2000

Faunistische Kartierung Pfreimdtal bei Stein
Tagfalter, Nachtfalter und Heuschrecken
Ralf Bolz, Georg Knipfer, Joachim Habel

2003

Floristische und faunistische Bestandsaufnahme zur Effizienzkontrolle langjähriger Ziegenbeweidung auf Silikatmagerrasen bei Stein
Farn- und Blütenpflanzen, Spinnen, Laufkäfer, Ameisen, Heuschrecken, WespenJürgen Klotz, Helge Uhlenhaut

2009

Floristische Kartierung in Stein
Moose und Rosen / Weißdorne
Dr. Michael Schön

2013

Wildbienen, Grab- und Faltenwespen bei Stein an der Pfreimd
Dr. Wolfgang Völkl (2013)

https://www.oberpfaelzerwald.de/magerrasen

Amphibienschutz in unserer Region

Seit der Gründung der BN Kreisgruppe Schwandorf 1974 ist der klassische Arten- und Biotopschutz immer eine Herzensangelegenheit und ein Arbeitsschwerpunkt der aktiven Mitglieder. Von Anfang an war die Krötenwanderung im Frühjahr ein Höhepunkt im Jahresablauf der BN Ortsgruppen. Seit 1999 sind die jährlichen Wanderungen lückenlos auf Landkreisebene erfasst und dokumentiert. So wurden 1999 elf mobile Krötenschutzzäune betreut und 6918 Tiere sicher über die Straßen zu ihren Laichgewässern gebracht. Der Höhepunkt war 2012 mit 7078 geretteten Tieren an acht Straßenabschnitten. Allen voran die Maßnahme an der StStr. Pullenried-Tröbes bei der in diesem Jahr auf einer Zaunlänge von 600m 3947 Tiere von freiwilligen, engagierten Helfern sicher über die Straße gebracht wurden.

Amphibienschutzzäune müssen da aufgestellt werden, wo Straßen die Wanderwege der Amphibien durchqueren, um im Frühjahr von ihren Winterquartieren zu ihren Laichgewässern zu gelangen. Die Tiere legen dabei bis zu drei Kilometer zurück. Dass sie immer häufiger über lebensgefährliche Straßen müssen, ist ein von Menschen gemachtes Problem.

Das Straßenbauamt, der Landkreis und die Kommunen sind als Straßenbaulastträger in erster Linie in der Pflicht, die Tiere vor dem Verkehrstot zu bewahren. Mit ihnen arbeitet der BUND Naturschutz zusammen. Sie stellen in der Regel die Zäune zu Verfügung und bauen sie meist Anfang März auf. Wir als BN versuchen jedes Jahr Gruppen von fleißigen und zuverlässigen Helfern zu bilden, die vier bis sechs Wochen lang täglich den Zaun kontrollieren und die Tiere, die sich in den Eimern gesammelt haben, sicher zu ihren Laichgewässern bringen. Helfer sind immer willkommen! Wir freuen uns, wenn auch Sie Krötenretter werden wollen und uns morgens oder abends bei unserer Arbeit unterstützen können.

Straßenabschnitte 2018

Mehr über Frösche, Kröten, Molche, Salamander, deren Lebensweise und Schutz

www.bund-naturschutz.de/tiere-in-bayern